Vegane Stolperfallen – und solche, die es nicht sind

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(Zuletzt aktualisiert am 24.02.2015)


Dieses Dokument soll rasche Hilfestellung bieten im Dschungel von veganen Stolperfallen (oder eben solchen, die danach aussehen, es aber nicht sind.) Die Informationen wurden so gekürzt wie möglich dargestellt.

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KEINE Stolperfallen:

Milchsäure: Milchsäure ist eine irreführende Bezeichnung für eine Säure, die sowohl in der Milch, aber eben auch in vielen verschiedenen Lebensmitteln vorkommt, namentlich vor allem in fermentierten Produkten, wie beispielsweise Sauerkraut. Milchsäure heisst so, weil sie in den Anfangsjahren der Chemie vor allem in der Milch entdeckt wurde. Milchsäure ist trotz des irreführenden Namens in den meisten Fällen vegan, weil es einfacher ist, Milchsäure von Bakterien in grosser Menge zu produzieren, als sie beispielsweise aus der Milch zu mühsam zu extrahieren.

Weitere Infos zur Milchsäure: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4ure

http://www.peta2.de/web/veganemythen.1460.html

Dasselbe gilt übrigens für Taurin: Taurin wird heutzutage nur noch synthetisch hergestellt. Die Extraktion aus dem lebenden Tier (Bulle) lohnt sich weder finanziell noch ist es ergiebig.

Kann Spuren von X enthalten/Enthält Spuren von X

Diese Formulierung ist ein Hinweis für Allergiker, die bereits auf kleinste Verunreinigungen mit einem betreffenden Allergen reagieren. Grad bei Nussallergien können schon sehr kleine Verunreinigungen von 1ppm (parts per million) dazu führen, dass ein allergischer Schock eintritt.

Für uns Veganer sind solche Hinweise Angaben, dass ein Stoff X in der Rezeptur eines Produkts nicht vorkommt. „Kann Spuren von Milch“ enthalten bedeutet, dass das Produkt frei von Milch ist. Sämtliche veganen Organisationen inklusive PETA gehen bei so gelabelten Produkten nicht davon aus, dass dieser Hinweis ein Produkt generell unvegan mache.

Weitere Infos zu „Spuren von“ und wie sie zustande kommen: http://vollvegan.blogspot.ch/2012/10/die-sache-mit-dem-spuren-aufdruck.html

Kakaobutter: Mit „Butter“ ist in diesem Falle das Fett der Kakaobohne gemeint. Mit Butter aus der Milch hat dieses Fett nur den Namen gleich. Kakaobutter ist rein pflanzlich. Siehe http://www.peta2.de/web/veganemythen.1460.html

Tierknochen im Zucker? Biberextrakte in Aromen? Genmodifizies Soja in der EU?

Immer wieder kommen Gerüchte auf, die so auf die EU bzw. auch auf die Schweiz nicht zutreffen. So wird in der EU produzierter Zucker (aus Zuckerrüben) nicht mit Tierkohle gebleicht. Wer EU-Zucker aus Zuckerrüben kauft, der ist auf der sicheren Seite.
Aromen aus „Bibergeil“ (Biberhormon) sind zudem in der EU nicht erlaubt. Aromen können durchaus unvegan sein, aber sie stammen zumindest in der EU nie aus der Analdrüse des Bibers.

Ebenso ist es nicht korrekt, dass Genmodifiziertes Soja in der EU für den menschlichen Verzehr zugelassen sei. Nachhaltig korrekt kauft man am besten Bio-Tofu aus regionaler mitteleuropäischer Herstellung.

Zu Argumenten gegen und für den Anbau von Genveränderten Organismen sei dem aufmerksamen Leser noch dieser Artikel nahegelegt: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/02/zerstort-die-forschung-nicht-wissenschaftler-apellieren-an-gentechnikgegner/

Label „Vegetarisch“ kann nicht vegan sein?

Sehr oft finden aufmerksame Veganer (gerade im deutschen Raum) Produkte, die mit vegetarisch angeschrieben sind (zb. „Vegetarischer Brotaufstrich“), die aber von der Zutatenliste her vegan sind und wundern sich dann darüber, warum das Produkt nicht als vegan gekennzeichnet wird. Hierzu lässt sich sagen: Eine Eigenbezeichnung „vegetarisch“ bedeutet nicht unbedingt, dass ein Produkt nicht auch vegan sein kann. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hersteller nicht „vegan“ draufschreibt. Er kann Zertifikationskosten sparen wollen, er kann sich Kundschaft nicht vergraueln wollen, oder er will einfach auf Nummer sicher gehen. Wer aufmerksam Zutatenlisten liest, kann durchaus auch unter „vegetarischen“ Dingen interessante vegane Lebensmittel entdecken. Wer auf Nummer sicher gehen will, schreibt eine Produktanfrage an den Hersteller. (Achtung: Hier gehts um „Eigenbezeichnungen“. Auf die Angaben des V-Labels bzw. andere Zertifizierungen kann man sich jedoch verlassen.)

STOLPERFALLEN:

Gelatineklärung bei Essigen, Weinen und Fruchtsäften

Essige, Weine und Fruchtsäfte werden in den meisten Fällen geklärt, damit sie nicht „trüb“ sind. (Logische Ausnahme: Naturtrübe Säfte). Dies geschieht sehr oft mit Gelatine. Leider müssen Hersteller diese Gelatineklärung bisher nicht deklarieren, da von der Gelatine im Endprodukt nichts übrig beibt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Produkte mit der Veganblume und/oder fragt beim Hersteller mit einer Produktanfrage nach.

E120 und andere E-Nummern

E120 ist die E-Nummernbezeichnung für Karmin. Karmin wird aus Läusen gewonnen und ist somit unvegan. Das ist mitunter die häufigste Stolperfalle im Bereich der E-Nummern, da dieser Farbstoff in sehr vielen rot oder rötlich eingefärbten Dingen, vor allem Süssigkeiten, vorkommt. Ein Beispiel dafür wären die allbekannten „Skittles“.

Weitere E-Nummern, die tierisch sein können (aber nicht sein müssen): http://www.food-info.net/de/qa/qa-fi45.htm

Perlmuttknöpfe und Lederpatches an Jeans

Jeans an sich sind vegan, viele vergessen aber, dass an den meisten Jeans Lederpatches angenäht sind. Auch Perlmuttknöpfe können die an und für sich vegane Baumwollkleidung unvegan machen.

Vitamin D (Margarine usw.)

Vitamin D, welches oft Fruchtsäften oder Margarinen zugegeben wird, wird in den meisten Fällen aus tierischer Herkunft, genauer aus dem Wollfett von Schafen gewonnen. Am besten hält man sich an als vegan deklarierte Produkte oder klärt die genaue Herstellung des verwendeten Vitamin Ds mit einer Produktanfrage beim Hersteller ab.

Dasselbe gilt auch für Vitamin-D-Präparate aus dem normalen Handel. Weitere Infos: http://www.vit-d.info/presse/vitamin-d-versorgung-fur-veganer-und-vegetarier/

Gewachste Äpfel

Äpfel oder andere Früchte, wie zb. Clementinen, können mit Schellack gewachst sein (für mehr Glanz). Schellack ist unvegan, weil es aus Lackschildläusen hergestellt wird. Manchmal werden Früchte auch mit „Carnaubawachs“ gewachst. Dieser wiederum stammt aus einer Pflanze und ist akzeptabel. Auch hier hilft eine Produktanfrage.

Unvegane Kosmetikinhaltsstoffe

Die lateinische Angabe von kosmetischen Inhaltsstoffen macht es für einen Anfänger sehr schwer, unveganes zu erkennen. Folgende Begriffe deuten auf unvegane Inhaltsstoffe hin: Cera Alba (Biennenwachs), Lanolin (Wollfett), Casein (Milcheiweiss), Mel (Honig), Carmin/Karmin (E120- Karmin), Kerratin, Kollagen, Propolis, Shellac

Ausführliche Liste bei Erbse: http://www.kosmetik-vegan.de/erbse/kosmetische-inhaltsstoffe-fuer-die-hosentasche/

Anlaufstelle für vegane Kosmetik kann auch die Gruppe „Vegan Beauties“ auf Facebook sein.

Asiatisch „vegetarisch“

In gewissen asiatischen Gegenden wird „Fischsosse“ als normales Gewürz angesehen und regelmässig in der Küche gebraucht wie bei uns Brühenpulver. Zum Verfeinern von eigentlich allem. Leider geht die Interpretation soweit, dass Fischsosse auch in vegetarischen Gerichten verwendet werden kann. Mittlerweile setzt sich bei vielen asiatischen Restaurants ein Umdenken ein. Dennoch sollte man immer vorsichtig sein und nachfragen.


Dieser Artikel stammt von:
http://solean.blog.de/2015/01/10/vegane-stolperfallen-information-19933914/

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